Einführung

Institutionen für technikhistorische Forschung und Lehre

Die wechselvolle, von zahlreichen Einflussfaktoren geprägte Erforschung der Technikgeschichte spiegelt sich in der Geschichte ihrer Etablierung als akademische Disziplin wider. Naturgemäß ist die Technikgeschichte ein interdisziplinäres Fach, dem eine Brückenfunktion zwischen einer Reihe anderer, benachbarter Disziplinen zukommt, darunter der Naturwissenschaftsgeschichte, der Sozial- und Wirtschaftsgeschichte, der Umweltgeschichte und der Industriearchäologie. Bis heute dauert der Diskurs über das Selbstverständnis der Technikgeschichte und ihre spezifische Methodologie an.

Nach einem längeren Klärungsprozess, der vor allem unter maßgeblicher Beteiligung des Vereins Deutscher Ingenieure (VDI), der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG), der Georg-Agricola-Gesellschaft zur Förderung der Geschichte der Naturwissenschaften und der Technik, dem Deutschen Museum München und verschiedener bildungspolitischer Institutionen geführt wurde, entstanden in der Bundesrepublik Deutschland seit den 1960er Jahren Lehrstühle für Technikgeschichte in München, Bochum, Stuttgart, Hannover und Berlin. Parallel dazu wurden technikhistorisch orientierte Lehrstühle in der DDR, d. h. in Karl-Marx-Stadt (Chemnitz) und Dresden gegründet. Seit der deutschen Wiedervereinigung ist auch die 1991 gegründete Gesellschaft für Technikgeschichte (GTG) am Prozess der akademischen Etablierung und Verbreitung technikhistorischer Erkenntnisse beteiligt.

Die nachfolgend aufgeführten Institutionen, an denen technikhistorische Fächer gelehrt werden und an denen akademische Abschlüsse mit technikhistorischen Inhalten erworben werden können, befinden sich vorrangig an deutschen Universitäten und Fachhochschulen. Das Max-Planck-Institut für Wissenschaftsgeschichte (Berlin) und das Münchner Zentrum für Wissenschafts- und Technikgeschichte (MZWTG) arbeiten sowohl personell als auch durch Forschungsprojekte eng mit den Hochschuleinrichtungen zusammen.